Die Region Berlin-Brandenburg übt eine starke Anziehung sowohl auf Touristen aus aller Welt als auch auf Einheimische aus. In kaum einer anderen Region in Deutschland ist die Entwicklung von Geschichte und Baukunst so deutlich wie hier. Hunderte kulturhistorischer Denkmale lassen mehrere Jahrhunderte preußischer und deutscher Geschichte wieder lebendig werden. Im Zuge der Sanierung zahlreicher Gebäude zeichnet sich auch ein wachsendes Interesse für die Zeugen unseres kulturellen Erbes ab.
Einige dieser kulturhistorische Denkmale wie das Brandenburger Tor sind fast jedem bekannt, viele andere werden weniger beachtet - ein Überblick über die zahlreichen Sehenswürdigkeiten und ihre geografische Lage fehlt oft aber selbst Einheimischen.
Im Jahr 2000 entwickelte der Freie Träger BUS (Bildung, Umschulung, Soziales) gGmbH auf Initiative der Arbeitsagentur Mitte die Projektidee des Modellpark Berlin-Brandenburg. 36 Mitarbeiter begannen in der Werkstatt in der Brunnenstraße zuerst mit der Konstruktion des so genannten "AEG-Beamtentors" in Wedding. Es folgten das Innenmodell der Oberbaumbrücke und das Pergamonmuseum, Prunkstück der Museumsinsel in Mitte.
Inzwischen sind in fünf verschiedenen Berliner Werkstätten in Marzahn-Hellersdorf, Köpenick, Lichtenberg, Friedrichshain-Kreuzberg und Spandau, die inzwischen von den jeweiligen Jobcentern gefördert werden, jeweils rund 25 Menschen beschäftigt. 45 Modelle sind inzwischen fertig auf Lager oder in Einzelausstellungen zu sehen. Mehr als 50 sollen insgesamt bis zur Eröffnung des Parks im Frühsommer 2007 gebaut und dann im Park in der Wuhlheide fest ausgestellt werden. Die Ausstellung wird aber auch dann bei laufendem Betrieb ständig durch neue Modelle ergänzt.
Der fertige Modellpark soll einem breiten Publikum einen Überblick über die wichtigsten Bauwerke der Region bieten und lädt als "Reiseführer" in 3-D und zu einem Besuch der geschichtsträchtigen Bauten in Berlin und Brandenburg ein. Grundlage für das "Miniland" sind detailgetreue Modelle der Bauwerke sowie Informationen über Entstehung, Zweck und Entwicklung der einzelnen Originale.
Arbeitsmarktliches Ziel des Projektes ist es mittels qualitativ hochwertigen Modellbaus Langzeitarbeitslosen die Möglichkeit einer sinnvollen Tätigkeit anzubieten und dabei die Vorraussetzung für die Einrichtung unbefristeter und nicht subventionierter Arbeitsplätze im künftigen Modellpark Berlin- Brandenburg in der Wuhlheide zu schaffen.
Die Region Berlin-Brandenburg wird mit Modellen von Gebäuden im Maßstab 1:25 und charakteristischen Landschaftsteilen auf einer Fläche von ca. 3 Hektar als “Miniland” dargestellt. Planung und Parkgestaltung werden von Projektmitarbeitern realisiert. Im Frühsommer 2007 soll der Park am Standort Wuhlheide (ehemaliges Ernst-Thälmannstadion) mit zunächst über 50 Modellen als Freizeitattraktion für Berliner und Berlin-Besucher eröffnet werden.
Der Modellpark wird ein Ort erlebnisorientierter Information, in dem die “Miniarchitektur” die Hauptrolle spielt. Er zeigt Bauwerke aus den 12 Berliner Bezirken und den 14 Brandenburger Landkreisen. Der Park selbst wird wie eine Landkarte der Region angelegt und stellt auch die wichtigsten Landschaftsmerkmale wie Flüsse oder Seen sowie Verkehrsadern nach.
Typische Landschaftsbilder sollen durch Bodenmodellierungen, typische Wasserläufe wie Havel, Spree sowie Wann- und Müggelsee durch Wasseranlagen angedeutet werden.
Mit ausgedehnten Vegetationsflächen, raumbildenden Gehölzpflanzungen und versickerungsfreundlichen Wegebelägen wird eine naturnahe Gestaltung und Aufwertung des Geländes erreicht. Auch Ruhezonen mit Bänken sind geplant. Zusätzlich zu den Freiflächen entstehen Ausstellungspavillons. Darin werden ein "Infopoint" mit ausführlichen Informationen rund um die Ausstellungsmodelle und die Region Berlin-Brandenburg sowie einzelne Innenmodelle wie das Oberbaumbrückenmodell im Maßstab 1:50 untergebracht. Geplant ist zusätzlich ein Forum für Modellbauer. Als zusätzliche Attraktion für die kleinen Besucher werden großzügige Spielflächen angelegt. Restaurants und Imbissversorgung sowie ein Souvenirshop runden das Konzept ab. Auf diese Weise soll der Park Anziehungspunkt für Anwohner, Touristen, Familien, aber auch für Schulklassen sein. Sie können ihre Eindrücke im Sachkunde-, Geografie- und Geschichtsunterricht auswerten. Später könnten sie auch eine Patenschaft für ein Modell aus ihrer Region übernehmen und sich damit an Pflege- und Reparaturarbeiten beteiligen.
Somit ist die Ansiedlung des Modellparks eine Bereicherung für jeden Berliner Bezirk und ein nicht zu unterschätzender Werbefaktor für die dort gezeigten Gebäude. Derzeit bestehen bereits erfolgreiche Miniaturparks im europäischen In- und Ausland. Der bekannteste ist wohl "Madurodam" in Den Haag mit ca. 1 Million Besuchern im Jahr. Zu einigen, wie "Minieurope" in Brüssel, "Miniwelt" in Halmstad/ Schweden, "mini-a-thür" in Ruhla, "seh-land" in Rostock-Gödelitz, dem "Rügen-Park" in Gingst oder dem "Klein Erzgebirge" in Oederan hält das Team vom Modellpark Berlin-Brandenburg engen Kontakt. Nach Einschätzungen dieser Parkbetreiber hat der Modellpark Berlin-Brandenburg positive Zukunftsaussichten. Modellpark.